Blutwerte als Spiegel der Gesundheit

© Mutlu Kurtbas, Getty Images

Das Blut zeigt sehr deutlich, wie es um unseren Lebensstil und Gesundheitszustand bestellt ist: Sind die Blutwerte, allen voran Cholesterin und Blutzucker, ausgeglichen und der Blutdruck im grünen Bereich, geht es uns und unserem Herzen in der Regel gut. Liegt ein Ungleichgewicht vor, weist es auf drohende Gefahren oder bereits bestehende Krankheiten hin und signalisiert Handlungsbedarf.

Ab dem 35. Lebensjahr hat jeder Versicherte alle zwei Jahre Anspruch auf einen kostenlosen Gesundheits-Check-up beim Arzt. Bei der Blutuntersuchung wird auch der Cholesterin- und Blutzuckerspiegel gemessen. Seine Werte unter Kontrolle zu halten und ein gesunder, cholesterinbewusster Lebensstil sind die beste Vorsorge gegen gefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Cholesterin (Blutfette)

Ungünstige Blutfettwerte gelten als eine der wichtigsten Ursachen für Arteriosklerose (krankhafte Veränderungen und Ablagerungen in den Arterien). Dabei kommt es weniger auf die Gesamtmenge an, als auf das richtige Verhältnis der unterschiedlichen Blutfette zueinander. Während sich LDL-Cholesterin in den Arterienwänden ablagert und zu einer Verhärtung und Verengung der Arterien führt, schützt das herzfreundliche HDL-Cholesterin die Gefäße. Der LDL-Wert sollte nicht über 160 Milligramm pro Deziliter liegen, HDL bei Männern nicht unter 40 und bei Frauen nicht unter 50 mg/dl. Was viele nicht wissen: Ein cholesterinbewusster Lebensstil ist nicht gleichzusetzen mit fettarmer Ernährung, sondern bevorzugt die richtigen Fettquellen: Hochwertige pflanzliche Öle wie Oliven- oder Rapsöl, Nüsse und Seefisch sind besonders herzgesund. Und: Ernährung ist nicht alles. Faktoren wie ein gesundes Gewicht, Nichtrauchen und Bewegung spielen eine ebenso große Rolle.

Glukose (Blutzucker)

Unsere Zellen brauchen Energie, um gut zu funktionieren. Einen besonderen Stellenwert nimmt an dieser Stelle Zucker – in Form von Glucose – ein. Aber: die Höhe des Glucoseanteils (Glucosespiegel) im Blut ist entscheidend. Schon leicht erhöhte Werte gefährden das Herz und die Gefäße, die Innenauskleidung der Gefäße nimmt Schaden und das Blut gerinnt eher. Ab einem Blutzuckerwert von 126 mg/dl (nüchtern, d.h. mindestens acht Stunden ohne Nahrungszufuhr) wird die Diagnose Diabetes mellitus gestellt, die das Risiko für Schäden am Herz-Kreislauf-System und anderen Organen weiter in die Höhe treibt.

Inzwischen ist bekannt, dass beim weit verbreiteten Diabetes Typ 2 vor allem die Kombination aus Übergewicht, fehlender körperlicher Bewegung und falscher Ernährung – sprich: ein ungesunder Lebensstil – ursächlich ist. Mit kohlenhydratbewusster Kost, den richtigen Fetten, Sport, Verzicht auf Nikotin und Gewichtsreduktion kann man effektiv vorbeugen und in vielen Fällen erhöhte Werte ohne Medikamente nach unten korrigieren.

So stimmen die Werte

Auch hier gilt das Motto: frühzeitig handeln ist besser als behandeln. Sie betreiben selbst die beste Vorsorge, wenn Sie sich regelmäßig bewegen, ausgewogen ernähren, nicht rauchen und auf Ihr Gewicht achten. Wird es langweilig, immer das Gleiche zu hören? Betrachten Sie es mal von dieser Seite: Mit kleinen Korrekturen Ihres Lebensstils schalten Sie tatsächlich viele Gesundheitsrisiken gleichzeitig aus und halten Ihren Lebensmotor fit.

Übrigens

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Herzgesunde Fakten

Regelmäßiges Training  senkt den Bluthochdruck ähnlich wie manches Medikament.
Kirschen und rote Beeren enthalten entzündungshemmende Stoffe, die Herz und Blutgefäße schützen.
Depressionen belasten das Herz ähnlich stark wie das Rauchen.
Ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche können das Herzerkrankungsrisiko um bis zu 40 Prozent reduzieren.
Klassische Musik wirkt wohltuend auf unser Herz. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben sich vor allem Werke von Komponisten wie Bach und Mozart bewährt.
Ein hoher Zuckeranteil in der Nahrung fördert nicht nur Übergewicht, sondern auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach einer neuen Studie stieg die kardiovaskulär bedingte Sterberate prozentual mit dem Zuckerkonsum der Probanden.
Akuter emotionaler Stress ist bei Frauen häufigster, bei Männern zweithäufigster Infarktauslöser.
Der tägliche Verzehr von einem Stück dunkler Schokolade kann das Risiko für Herzerkrankungen senken. Die im Kakao enthaltenen Flavonoide haben einen positiven Effekt auf die Elastizität der Blutgefäße und den Blutdruck.
Frischer Knoblauch ist in der Lage, hohe Blutfettwerte zu senken und zur Normalisierung des Blutdrucks beizutragen. Er soll sogar Blutgerinnsel auflösen und freie Radikale unschädlich machen.
Gute Zahnhygiene trägt vermutlich zu einem gesunden Herzen bei. Experten glauben, dass Karies oder Entzündungen ein beitragender Faktor zu Herzerkrankungen sein können.
Mindestens sieben Stunden Nachtschlaf täglich senken das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um 22 Prozent.
Schon ein täglicher Spaziergang von 30 bis 45 Minuten halbiert das Risiko für Durchblutungsstörungen in den Herzkrankgefäßen.
Sex regt nicht nur das Immunsystem an, sondern beugt auch Herzerkrankungen vor. Durch die körperliche Belastung wird das Herz-Kreislauf-System trainiert, zusätzlich schütten wir Hormone aus, die Stress abbauen und glücklich machen.
Der Verzehr von 5 Gramm Transfettsäuren steigert das Herzinfarktrisiko um 25 Prozent. Zum Vergleich: Eine Portion Pommes hat 6,8 Gramm Transfette.
Das Infarktrisiko einer 50-jährigen Raucherin ist viermal so hoch wie das einer gleichaltrigen Nichtraucherin.
Hundebesitzer haben ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das tägliche Gassi-Gehen hält fit, hinzu kommt die beruhigende Wirkung eines Tieres.
Mindestens 80 Prozent der Herzerkrankungen lassen sich durch einen gesünderen Lebenswandel und dem Vermeiden der bekannten Risikofaktoren verhindern.
Ärger macht krank. Wer sich ständig über den Partner, die Kinder oder Kollegen ärgert, hat ein um 30 Prozent erhöhtes Infarktrisiko.
Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, ist bei Menschen, die im Alltag vorwiegend sitzen, doppelt so hoch ist wie bei denjenigen, die täglich körperlich aktiv sind.
Ballaststoffe schützen das Herz. Sie sorgen nicht nur für eine geregelte Verdauung, sondern wirken antientzündlich und haben positive Auswirkungen auf Blutzucker- und Insulinspiegel.
Ein Jahr nach dem Rauchstopp sinkt das Risiko für eine Koronare Herzkrankheit auf etwa die Hälfte.
Regelmäßiger Sport verbessert den Zustand der Blutgefäße und repariert sogar teilweise bereits entstandene Schäden.
Vegetarier weisen im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen das niedrigste Herzrisiko auf. Um das schädliche LDL-Cholesterin möglichst zu vermeiden, sollten Fleisch und tierische Fette deshalb reduziert werden.

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Über 300.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Herzinfarkt.

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