Herz und Seele

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Wie eng Körper und Psyche miteinander verbunden sind – bei unserem wichtigsten Organ wird das besonders deutlich: Kummer und Ärger gehen uns buchstäblich ans Herz. In Phasen psychischer Beanspruchung steigen Blutdruck, Herzfrequenz und Puls, die Blutgerinnung nimmt zu und die Wände der Arterien werden härter. Kein Problem, wenn man sich aus dem Tief in absehbarer Zeit heraus manövriert. Wird die Belastung aber chronisch oder gipfelt in einer psychischen Erkrankung wie der Depression, leidet das Herz.

Depressive Verstimmungen erhöhen das Risiko für Herzerkrankungen um mehr als 50 Prozent. Akuter emotionaler Stress ist bei Frauen der häufigste, bei Männern der zweithäufigste Auslöser für einen Herzinfarkt. Das „gebrochene Herz“ (Broken Heart Syndrom)  ist nicht einfach nur ein Sinnbild, sondern eine Herzerkrankung mit bisher nicht genau geklärten Ursachen.

Was die Seele widerstandsfähig macht

Das Leben verläuft nicht immer glatt, Höhen und Tiefen gehören dazu. Wie zufrieden wir im Leben sind, bestimmen aber weniger die äußeren Umstände, als unsere innere Einstellung und die Kraft, unser Leben in die Hand zu nehmen und Dinge zu verändern, die uns nicht gut tun. Wichtigste Voraussetzung: Ein Gefühl für die eigene Identität, Kompetenz und Wertigkeit. Wer seine Bedürfnisse und  Wünsche kennt und ernst nimmt, auf seine Stärken stolz ist, ohne die eigenen Schwachstellen abzulehnen und sich so akzeptieren kann, wie er ist, hat den Stürmen des Lebens etwas entgegenzusetzen: innere Ruhe und Stabilität sowie die Gewissheit „Ich kann mein Leben nach meinen Wünschen positiv gestalten“.

Gehe ich gut mit mir um?

Beziehungen sind Herzensangelegenheiten! Das betrifft sowohl die Beziehung zu anderen, zu unserem Partner, den Kindern und Kollegen, als auch die Beziehung zu uns selbst. Sind Sie sich selbst gegenüber geduldig, nachsichtig und verständnisvoll? Können Sie sich selbst und anderen verzeihen?

Haben Sie das Gefühl, Ihr Leben zu bestimmen, oder bestimmt es Sie?

Machen Sie einen kurzen Test!

Gelingt es mir, mich selbst so anzunehmen und zu akzeptieren, wie ich bin oder bin ich ständig unzufrieden mit mir?

Frage 1 von 8

Gesunde Psyche – starkes Herz

Die seelische Widerstandskraft stärken, dafür gibt es kein Patentrezept. Die folgenden Anregungen können aber zu einem besseren Umgang mit sich selbst inspirieren und dabei unterstützen. Gehen Sie Schritt für Schritt vor und setzen Sie sich realistische Ziele!

Gute Beziehungen:

Gute Beziehungen zu Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen sind wichtig für unser seelisches Gleichgewicht und die Herzgesundheit: Pflegen Sie Ihre Kontakte, vertrauen Sie sich an und teilen Sie Freud und Leid. Suchen Sie das Gespräch mit vertrauten Menschen, tragen Sie Konflikte nicht mit sich herum und bitten Sie in Zeiten akuter Belastung um Hilfe.

Für positive Gefühle sorgen:

Gönnen Sie sich den Luxus, öfters mal das zu machen, was Ihnen gut tut und Spaß macht, anstatt immer nur den Anforderungen anderer zu entsprechen. Sie haben keine Ahnung, was das sein könnte? Machen Sie eine Liste und schreiben Sie auf, was Ihnen Freude bereitet. Sorgen Sie dafür, dass diese Aktivitäten öfter Ihr Leben bereichern.

Seelische Inventur:

Rückzug und Alleinsein sind in hektischen Zeiten wichtige Instrumente der Gesundheitspflege. Lassen Sie Körper und Geist zur Ruhe kommen und nehmen Sie sich Zeit, Erlebtes zu verarbeiten.

Belastungen reduzieren:

Weniger ist oft mehr! Reduzieren Sie Belastungen, indem Sie sich von Überflüssigem befreien. Das betrifft sowohl unnötige Verpflichtungen und Aktivitäten als auch einseitige und belastende Beziehungen, zu hohe Ansprüche und Materielles wie die alten Klamotten.

Sich helfen lassen:

Wie lange ertragen Sie körperliche Schmerzen, bevor Sie sich Hilfe suchen? Wahrscheinlich nicht allzu lange. Ähnlich sollten Sie auch mit seelischen Beschwerden umgehen: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder wenden Sie sich an eine Beratungsstelle, wenn anhaltende Symptome wie Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit oder Antriebslosigkeit Ihre Lebensqualität einschränken.

Entspannen lernen:

Finden Sie eine Entspannungsmethode, die Ihnen gut tut – das kann für Ausgleich sorgen. Hier noch mal nach lesen.

Sport treiben:

Regelmäßige Bewegung wirkt stimmungsaufhellend und vertreibt depressive Verstimmungen. Probieren Sie es aus!

Herzgesunde Fakten

Regelmäßiges Training  senkt den Bluthochdruck ähnlich wie manches Medikament.
Kirschen und rote Beeren enthalten entzündungshemmende Stoffe, die Herz und Blutgefäße schützen.
Depressionen belasten das Herz ähnlich stark wie das Rauchen.
Ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche können das Herzerkrankungsrisiko um bis zu 40 Prozent reduzieren.
Klassische Musik wirkt wohltuend auf unser Herz. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben sich vor allem Werke von Komponisten wie Bach und Mozart bewährt.
Ein hoher Zuckeranteil in der Nahrung fördert nicht nur Übergewicht, sondern auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach einer neuen Studie stieg die kardiovaskulär bedingte Sterberate prozentual mit dem Zuckerkonsum der Probanden.
Akuter emotionaler Stress ist bei Frauen häufigster, bei Männern zweithäufigster Infarktauslöser.
Der tägliche Verzehr von einem Stück dunkler Schokolade kann das Risiko für Herzerkrankungen senken. Die im Kakao enthaltenen Flavonoide haben einen positiven Effekt auf die Elastizität der Blutgefäße und den Blutdruck.
Frischer Knoblauch ist in der Lage, hohe Blutfettwerte zu senken und zur Normalisierung des Blutdrucks beizutragen. Er soll sogar Blutgerinnsel auflösen und freie Radikale unschädlich machen.
Gute Zahnhygiene trägt vermutlich zu einem gesunden Herzen bei. Experten glauben, dass Karies oder Entzündungen ein beitragender Faktor zu Herzerkrankungen sein können.
Mindestens sieben Stunden Nachtschlaf täglich senken das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um 22 Prozent.
Schon ein täglicher Spaziergang von 30 bis 45 Minuten halbiert das Risiko für Durchblutungsstörungen in den Herzkrankgefäßen.
Sex regt nicht nur das Immunsystem an, sondern beugt auch Herzerkrankungen vor. Durch die körperliche Belastung wird das Herz-Kreislauf-System trainiert, zusätzlich schütten wir Hormone aus, die Stress abbauen und glücklich machen.
Der Verzehr von 5 Gramm Transfettsäuren steigert das Herzinfarktrisiko um 25 Prozent. Zum Vergleich: Eine Portion Pommes hat 6,8 Gramm Transfette.
Das Infarktrisiko einer 50-jährigen Raucherin ist viermal so hoch wie das einer gleichaltrigen Nichtraucherin.
Hundebesitzer haben ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das tägliche Gassi-Gehen hält fit, hinzu kommt die beruhigende Wirkung eines Tieres.
Mindestens 80 Prozent der Herzerkrankungen lassen sich durch einen gesünderen Lebenswandel und dem Vermeiden der bekannten Risikofaktoren verhindern.
Ärger macht krank. Wer sich ständig über den Partner, die Kinder oder Kollegen ärgert, hat ein um 30 Prozent erhöhtes Infarktrisiko.
Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, ist bei Menschen, die im Alltag vorwiegend sitzen, doppelt so hoch ist wie bei denjenigen, die täglich körperlich aktiv sind.
Ballaststoffe schützen das Herz. Sie sorgen nicht nur für eine geregelte Verdauung, sondern wirken antientzündlich und haben positive Auswirkungen auf Blutzucker- und Insulinspiegel.
Ein Jahr nach dem Rauchstopp sinkt das Risiko für eine Koronare Herzkrankheit auf etwa die Hälfte.
Regelmäßiger Sport verbessert den Zustand der Blutgefäße und repariert sogar teilweise bereits entstandene Schäden.
Vegetarier weisen im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen das niedrigste Herzrisiko auf. Um das schädliche LDL-Cholesterin möglichst zu vermeiden, sollten Fleisch und tierische Fette deshalb reduziert werden.

Herzinfarkt Risikotest

Über 300.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Herzinfarkt.

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