Blutdruck und Co.

© 145/Gary S Chapman/Ocean/Corbis

Gute Werte stehen für einen ausgeglichenen Lebensstil, schlechte signalisieren Handlungsbedarf: An Blutdruck, Blutfett und Blutzucker lässt sich leicht ablesen, wie es um unsere Gesundheit bestellt ist, ob unsere Ernährung stimmt, ob wir uns ausreichend bewegen und auf unser seelisches Gleichgewicht achten. Nutzen Sie dieses Instrument und lassen Sie Blutdruck und Co. regelmäßig checken.

Kennen Sie Ihre Werte?

Etwa 35 Millionen Deutsche sind von hohem Blutdruck (Hypertonie) betroffen, ein Großteil davon ohne es zu wissen. Oft reiner Zufall ist auch die Diagnose von Diabetes oder erhöhtem Cholesterin,  die ebenfalls zumindest am Anfang meist keine spürbaren Beschwerden verursachen. Umso wichtiger ist es, sie rechtzeitig zu erkennen, denn oft entwickeln sich über Jahre hinweg unbemerkt Folgeerkrankungen, die bei rechtzeitiger Behandlung vermeidbar gewesen wären.

Studien belegen, wie sehr es sich lohnt, alle Risikofaktoren konsequent im Blick zu haben und zu behandeln: Wer einen zu hohen Blutdruck, schlechte Blutfettwerte und einen hohen Blutzuckerspiegel hat, hat gegenüber Gesunden ein 16-fach höheres Risiko, Herz- und Kreislauferkrankungen zu bekommen. Gelingt es, die Werte in den Griff zu bekommen, sinkt das Risiko drastisch.

Bluthochdruck - Hypertonie

Wenn Herzen höher schlagen, geht´s nicht immer romantisch zu: Bluthochdruck schädigt Herz und Gefäße, Gehirn und Nieren: Die Hälfte aller Schlaganfälle sowie ein Viertel der Herzinfarkte gehen auf das Konto der immer noch unterschätzten Krankheit. Seine Werte zu kennen, schützt Leben! 

  • Der ideale Blutdruck im Ruhezustand liegt laut Hochdruckliga bei 120/80 mmHg (Maßeinheit zur Blutdruckmessung: Millimeter/Quecksilbersäule). Die erste Zahl steht dabei für den systolischen  Blutdruckwert, der zweite Wert für den diastolischen Blutdruckwert.
  • Wenn bei mehrmaligen Messungen ein Wert von 140/90 mm/Hg überschritten wird, spricht man von Bluthochdruck oder auch arterieller Hypertonie.
  • Eine leichte Hypertonie liegt bei Werten zwischen 140/90 mm/Hg und 160/100 mm/Hg vor,  mittelschwerer Bluthochdruck besteht bei Werten zwischen 160/100 mm/Hg und180/110 mm/Hg und ab  Werten von über 180/110 mm/Hg spricht man von einem schweren Bluthochdruck.

Vorbeugung und Behandlung: Ein gesunder Lebensstil steht an erster Stelle bei der Vorbeugung und  Behandlung von Bluthochdruck. Weniger Gewicht, mehr Bewegung, gesundheitsbewusste Ernährung und Körper- und Seelenpflege senken den Druck auch ohne Tabletten. Bleiben die Blutdruckwerte trotzdem hoch, sind Medikamente unverzichtbar.

Blutfette und Cholesterin

Cholesterin ist ein elementarer Baustein für unsere Körperzellen, erhöhte Werte gelten jedoch als Risikofaktor für Herzerkrankungen. Dabei kommt es weniger auf die Gesamtmenge an, als auf das Verhältnis des "schlechten" LDL-Cholesterins, das wesentlich zur Gefäßverkalkung beiträgt, zum „guten“ HDL-Cholesterin, das die Gefäßwände vor Verkalkungen schützt. Eine einmalige Blutabnahme im Labor zeigt, ob die Werte stimmen.

  • Der LDL-Wert sollte nicht über 160 Milligramm pro Deziliter liegen, falls ansonsten keine Risikoparameter vorhanden sind (andernfalls sollte der Zielwert niedriger liegen).
  • Gut für die Herzgesundheit ist ein HDL-Wert bei Frauen über 50 mg/dl und bei Männern über 40 mg/dl.
  • Der Gehalt an Triglyzeriden, dem neutralen Blutfett, sollte maximal bei 150 liegen.

Vorbeugung und Behandlung: Schlechte Blutfettwerte sind in der Regel zurückzuführen auf einen ungesunden Lebensstil mit zu vielen tierischen Fetten in der Nahrung. Sie können aber auch vererbt werden. Die richtigen Fettquellen zu wählen, ein gesundes Gewicht, Nichtrauchen und Bewegung können helfen. Sport erhöht das gute HDL-Cholesterin und senkt die LDL-Partikel. Gelingt es nicht, durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten die Werte in den Griff zu kriegen, sollte nach Rücksprache mit dem Arzt eine medikamentöse Therapie erfolgen.

Blutzucker

Zucker und auch Kohlenhydrate sind schnelle Energie für Gehirn und Muskeln. Beides wird in Glukose umgewandelt und mithilfe des Hormons Insulin in jede Zelle geschleust. Steht nicht genügend Insulin zur Verfügung oder kann der Körper das Hormon nicht verwerten (Insulinresistenz), steigen die Blutzuckerwerte nach dem Essen stärker an und bleiben dauerhaft über dem normalen Wert. Zu viel Zucker im Blut schädigt das Herz doppelt. Zum einen begünstigt der Zucker Ablagerungen in den Blutgefäßen und verengt die Gefäße, zum anderen schädigt er die Blutgefäßwände und macht sie durchlässig für Schadstoffe, die das Herz belasten.

  • Der Blutzuckerspiegel sollte im nüchternen Zustand unter 100 mg/dl liegen.
  • Liegt der Wert über 100 mg/dl, wird eine Blutzuckerbelastungsprobe durchgeführt: Die Patienten trinken vor der Messung eine spezielle Zuckerlösung. Liegt der Wert dann nach zwei Stunden über 200 mg/dl, lautet die Diagnose Diabetes mellitus Typ 2.

Vorbeugung und Behandlung: In der Vorbeugung und Behandlung von Diabetes Typ 2 steht eine Lebensstiländerung an erster Stelle. Auf eine zuckerarme Ernährung umstellen, Bewegungstraining in den Alltag einbauen und bestehendes Übergewicht abbauen gehört zu den effektivsten Maßnahmen. Gelingt es nicht, den Blutzuckerwert zu senken, wird der Arzt blutzuckersenkende Medikamente verschreiben.

So stimmen die Werte

Essen und Trinken

Setzen Sie auf Frische und Vielfalt: Obst und Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Salat, frischer Fisch, Nüsse, Mandeln, hochwertige pflanzliche Öle wie Oliven-, Raps- oder Leinöl.

Reduzieren Sie gesättigte Fette aus Fleisch-, Wurst- und Milchprodukten, z.B. Sahne, Butter, Speck, Mayonnaise, Fleisch, Wurst, Kokosfett.

Vermeiden Sie zu viel Salz (mehr als sechs Gramm Kochsalz/Tag).

Verzichten Sie auf Alkohol und koffeinhaltige Getränke (mehr als zwei Tassen Kaffee pro Tag).

Halten Sie Pausen zwischen den Mahlzeiten ein, in denen sie nichts essen und keine süßen Getränke zu sich nehmen.

Reduzieren Sie Zucker und „leere“ Kohlenhydrate aus Weißmehlprodukten.

Knoblauch wird eine blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt: In einigen Studien konnte der Wert deutlich gesenkt werden. Auch Rote-Bete-Saft, Grüner Tee, Goji-Beeren oder ein Stück dunkle Schokolade (ab 50% Kakaoanteil) sollen sich positiv auf den Blutdruck auswirken, bewiesen ist das allerdings nicht.

Gewicht

Übergewicht geht oft Hand in Hand mit ungünstigen Blutwerten. Jedes Kilo Übergewicht erhöht außerdem den Blutdruck um ein bis zwei mmHg. Wer seine Ernährung bewusster gestaltet und sich gleichzeitig mehr bewegt, normalisiert nicht nur sein Gewicht, sondern auch den Blutdruck und die Blutwerte. 

Bewegung

30 Minuten Bewegung täglich und deutlich bessere Blutwerte sind garantiert! Der Blutdruck sinkt um 5-10 mmHg, das gute HDL-Cholesterin wird erhöht und es gibt noch eine Vielzahl anderer positiver Nebeneffekte. Sport ist z.B. ein wirksamer „Stresskiller".

Stress

Ärger in der Familie, im Job, akute Geldsorgen oder auch unabgeschlossene Ereignisse in der Vergangenheit setzen uns unter Druck. Sich um seine Gefühlswelt zu kümmern, die Seele zu streicheln und Belastungen zu reduzieren, bringt auch den Blutdruck ins Lot. Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder sanftes Yoga können dabei unterstützen.

Herzgesunde Fakten

Regelmäßiges Training  senkt den Bluthochdruck ähnlich wie manches Medikament.
Kirschen und rote Beeren enthalten entzündungshemmende Stoffe, die Herz und Blutgefäße schützen.
Depressionen belasten das Herz ähnlich stark wie das Rauchen.
Ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche können das Herzerkrankungsrisiko um bis zu 40 Prozent reduzieren.
Klassische Musik wirkt wohltuend auf unser Herz. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben sich vor allem Werke von Komponisten wie Bach und Mozart bewährt.
Ein hoher Zuckeranteil in der Nahrung fördert nicht nur Übergewicht, sondern auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach einer neuen Studie stieg die kardiovaskulär bedingte Sterberate prozentual mit dem Zuckerkonsum der Probanden.
Akuter emotionaler Stress ist bei Frauen häufigster, bei Männern zweithäufigster Infarktauslöser.
Der tägliche Verzehr von einem Stück dunkler Schokolade kann das Risiko für Herzerkrankungen senken. Die im Kakao enthaltenen Flavonoide haben einen positiven Effekt auf die Elastizität der Blutgefäße und den Blutdruck.
Frischer Knoblauch ist in der Lage, hohe Blutfettwerte zu senken und zur Normalisierung des Blutdrucks beizutragen. Er soll sogar Blutgerinnsel auflösen und freie Radikale unschädlich machen.
Gute Zahnhygiene trägt vermutlich zu einem gesunden Herzen bei. Experten glauben, dass Karies oder Entzündungen ein beitragender Faktor zu Herzerkrankungen sein können.
Mindestens sieben Stunden Nachtschlaf täglich senken das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um 22 Prozent.
Schon ein täglicher Spaziergang von 30 bis 45 Minuten halbiert das Risiko für Durchblutungsstörungen in den Herzkrankgefäßen.
Sex regt nicht nur das Immunsystem an, sondern beugt auch Herzerkrankungen vor. Durch die körperliche Belastung wird das Herz-Kreislauf-System trainiert, zusätzlich schütten wir Hormone aus, die Stress abbauen und glücklich machen.
Der Verzehr von 5 Gramm Transfettsäuren steigert das Herzinfarktrisiko um 25 Prozent. Zum Vergleich: Eine Portion Pommes hat 6,8 Gramm Transfette.
Das Infarktrisiko einer 50-jährigen Raucherin ist viermal so hoch wie das einer gleichaltrigen Nichtraucherin.
Hundebesitzer haben ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das tägliche Gassi-Gehen hält fit, hinzu kommt die beruhigende Wirkung eines Tieres.
Mindestens 80 Prozent der Herzerkrankungen lassen sich durch einen gesünderen Lebenswandel und dem Vermeiden der bekannten Risikofaktoren verhindern.
Ärger macht krank. Wer sich ständig über den Partner, die Kinder oder Kollegen ärgert, hat ein um 30 Prozent erhöhtes Infarktrisiko.
Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, ist bei Menschen, die im Alltag vorwiegend sitzen, doppelt so hoch ist wie bei denjenigen, die täglich körperlich aktiv sind.
Ballaststoffe schützen das Herz. Sie sorgen nicht nur für eine geregelte Verdauung, sondern wirken antientzündlich und haben positive Auswirkungen auf Blutzucker- und Insulinspiegel.
Ein Jahr nach dem Rauchstopp sinkt das Risiko für eine Koronare Herzkrankheit auf etwa die Hälfte.
Regelmäßiger Sport verbessert den Zustand der Blutgefäße und repariert sogar teilweise bereits entstandene Schäden.
Vegetarier weisen im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen das niedrigste Herzrisiko auf. Um das schädliche LDL-Cholesterin möglichst zu vermeiden, sollten Fleisch und tierische Fette deshalb reduziert werden.

Herzinfarkt Risikotest

Über 300.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Herzinfarkt.

zum Risikotest

Kursangebote

Herzgesunde & zertifizierte Kurse

Kurs- und Therapieangebote in Ihrer Nähe!

zu den Angeboten